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Kann ich als Beginner gleich mit Reformer starten?

3. Okt.
3 Min. Lesezeit
Leerer Pilatesraum mit mehreren Reformern, großen Fenstern und terrakottafarbenem Fliesenboden, ruhig und hell.

Scrollst du auch regelmäßig durch deinen Feed und siehst wunderschöne, scheinbar mühelose Übungen auf einem rollenden Schlitten mit Federn? Der Pilates-Reformer ist aktuell der absolute Megatrend in den Social-Media-Kanälen. Kein Wunder, schließlich ist er ein unglaublich vielseitiges Gerät, das extrem viel Spaß macht.


Doch hält der Hype auch, was er verspricht, und kannst du als Anfänger einfach so aufspringen?

Diese Frage wird mir im Studio und online super oft gestellt. Meine ehrliche Antwort:


Ja, du kannst – aber es kommt ganz auf dein Ziel an. Dennoch solltest du dich nicht zu sehr auf die akrobatischen Übungen versteifen, die auf Instagram oder TikTok gezeigt werden.


Welches Ziel verfolgst du?

Natürlich kannst du dich theoretisch sofort für eine beliebige Kursstunde auf dem Reformer einbuchen. Die Frage ist vielmehr, was du dir von dem Training erhoffst:


  • Möchtest du dich einfach auspowern? Legst du Wert auf eine große Gruppe? Willst du ein schnelles „Workout“ mit lauter Musik und einem Instructor, der nur Ansagen macht, aber dich nicht korrigiert? Dann kannst du sofort starten.

  • Oder willst du die Pilates-Basics auf dem Reformer von Grund auf lernen? Dich Stück für Stück für die fortgeschrittenen Übungen steigern? Willst du in einer kleinen Gruppe trainieren, in der der Instructor dich korrigiert und Übungen spezifisch für dich modifiziert? Dann bleib dran und lies weiter.


Zwei Frauen machen im Pilates-Studio auf Reformern Dehnübungen; helle Räume, Fenster und bunte Bänder im Hintergrund.

Werde dir in diesem Punkt klar darüber, was du suchst. Ich möchte gar nicht beurteilen, ob das eine richtig oder das andere falsch ist. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, je nachdem, was dir wichtig ist.


Die Realität abseits von Social Media

Ich kann hier nur von meiner eigenen Erfahrung und meinen Erkenntnissen sprechen: Ich liebe schweißtreibende Sportarten, aber ich liebe eben auch die Tiefe und die Body-Mind-Connection im Pilates. Und vor allem auf der Matte bekommst du ein echtes Gefühl für deinen Körper. Hier spürst du wirklich, was Pilates ausmacht, wie weit du für bestimmte Bewegungen schon bereit bist und wo eventuell noch Defizite liegen.


Ich habe schon einige Kundinnen direkt auf dem Reformer starten gesehen – manche hatten vorher noch nie Pilates oder grundsätzlich Sport gemacht, andere es erst ein- oder zweimal ausprobiert. Viele davon haben schnell gemerkt, dass das Reformer-Training anstrengend und anders ist. Oft ganz anders, als es in manchen Studios oder online wirkt. Auch in Sachen Core- und Beckenstabilität fehlte anfangs meist die nötige Kraft, um die Übungen sauber auszuführen.


Sechs Frauen machen Pilates-Übungen auf Matten im hellen Studio mit Fensterfront und Fitnessgeräten.

Meine eigene Pilates-Reise begann mit dem Mattentraining. Und ich muss rückblickend sagen: Es ist die Essenz von allem, was danach kommt. Auf der Matte wird dein Powerhouse gefestigt. Hier lernst du die so wichtige Beckenstabilität, die du später auf dem beweglichen Reformer-Schlitten dringend brauchst.


Darauf solltest du bei der Studioauswahl achten:

  • Die Gruppengröße: Schau genau hin, wie groß die Gruppen sind. Bei Kleingruppen (4 bis 8 Personen Geräte, max. 10 Personen Matte) kann dich der Instructor viel besser korrigieren als in großen Gruppen ab +10 Personen.


  • Sicherheit & Basics: Starte unbedingt mit Reformer-Klassen, die explizit für Beginner oder für „All Levels“ ausgelegt sind. Hier werden dir die Basics beigebracht – auch der sichere Umgang mit dem Gerät. Denn der Reformer arbeitet mit Zugfedern und beweglichen Teilen; das ist nicht ganz ungefährlich und erfordert Konzentration.

  • Die Ausbildung des Instructors: Wenn du Wert auf ein gesundes, effektives Training legst, frage ruhig nach, wo der Instructor seine Ausbildung gemacht hat. Eine schnelle Wochenend-Ausbildung ist absolut nicht vergleichbar mit einer umfassenden 600-Stunden-Ausbildung, die sich über 1 - 1,5 Jahre erstreckt.


Mein Endfazit für dich:

Wenn du bereits Vorerfahrung (einige Mattenstunden oder kontrollierte Gerätestunden) im Pilates hast, kannst du gerne direkt mit dem Reformer-Training starten. Ansonsten würde ich dir zuerst die Mattenstunden als absolute Basis ans Herz legen. So entwickelst du das nötige Körpergefühl, um dich danach auch im Reformer-Training von der ersten Sekunde an sicher und gut aufgehoben zu fühlen. Dein Körper wird es dir danken! Viel Spaß beim Pilates :-)



 
 
 

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